Statt Institutionalisierung ambulante Hilfe
neue Wege der Diakonie in Tansania
Ambulante
Arbeit auf der Basis der afrikanischen Gegebenheiten, der dörflichen Strukturen
und unter Berücksichtigung der grundlegenden Veränderung der Situation von
Familien wird die Diakonie der Zukunft sein müssen. Programme wie HUYAWA in der
Bukoba Region im Nordwesten Tansanias geben hier ein wunderbares Beispiel ab.
50.000 AIDS-Waisen werden im Rahmen dieses Projekts in Patenfamilien in der
Region betreut. Diese Familien sind manchmal Reste der Ursprungsfamilie dieser
Kinder, manchmal aber auch Fremde, die den Waisen ein Zuhause anbieten.
HUYAWA
sorgt für eine Art Grundversorgung in den Bereichen Gesundheit, Schule und
Ausbildung und Wahrung der Rechte der Kinder. Den Lebensunterhalt decken die
Kinder bei ihren Patenfamilien, indem sie mithelfen auf dem Feld und bei der
Alltagsarbeit im Haushalt. Manchmal gibt es einen finanziellen Zuschuss zum
Kauf einer Kuh oder von Hühnern; grundsätzlich ernähren sich die Kinder aber
selbst oder werden in ihren Patenfamilien versorgt. Die Anzahl der so genannten
child headed families nimmt hier rasant zu, also Familien, die nur noch aus
minderjährigen Kindern bestehen. Ein 15‑ bis 16jähriger Jugendlicher
übernimmt die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister, lernt Ackerbau und
Viehzucht, stellt seine eigene Ausbildung und Zukunft zurück, um seinen
Geschwistern eine halbwegs sorglose Kindheit zu ermöglichen. Betroffen von den
Auswirkungen der HIV/AIDS Epidemie sind alleine in der Bukoba/Kagera Region
etwa 150.000 Kinder und Jugendliche.
Natürlich verschlingen auch solche Projekte wie HUYAWA viel Geld, das zum
großen Teil im Ausland aufgebracht werden muss, aber die Unterbringung von
50.000 Kindern und Jugendlichen in einer Institution wäre ein undenkbares und
auch unnötiges Unterfangen.
(Aus dem Artikel Umdenken Diakonische Arbeit in Tansania auf neuen Wegen von Regine Buschmann,
Öffentlichkeitsarbeit der v. Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel in der
Zeitschrift: in die Welt für die Welt 4/02 von der Vereinigten Evangelischen Mission in Wuppertal)